Ortsgemeinde Geisig

Nikolauskapelle und Feuerwehrgerätehaus

Geisig wird um 1250/ 65 als Geisecho und um 1260 als Geiseche zuerst erwähnt. Sein Name, anfangs wohl „Geisah“„, „der sprudelnde Bach“, der ursprüngliche Name des kleinen Hombaches, deutet darauf hin, dass schon vor dem Ende der Völkerwanderungszeit von der altbesiedelten Mühlbachsenke aus auch dieses kleine Nebental besiedelt wurde. Wohl schon bald, nachdem die Römer ihren auch durch den Geisiger Wald verlaufenden Schutzwall, den Limes, aufgegeben hatten. Geisig gehörte zu der Grafschaft und später lange zum Vierherrengericht auf dem Einrich, bei dessen Auflösung es 1775 ganz an Nassau und zum Amt Nassau kam.

Von den Herren der Burg Braubach, den Herren von Eppstein und seit 1283 den Grafen von Katzenelnbogen und später den Landgrafen von Hessen, hatten 1250/ 65 die Ritter Himmelstoß von Braubach, 1339 und noch 1402 die von Rheinberg bei Braubach, dann 1466 und noch 1722 die von Reifenberg einen Hof mit einem Hubengericht zu Geisig zu Lehen.

In ihrem leider nicht datierten Hausteilungsvertrag haben die Grafen Diether V. und Eberhard I. von Katzenelnbogen unter anderem festgelegt, dass in „Geiseche“ Graf Eberhard einen Mann namens Meingoz samt dessen Frau und Kindern und eine weitere Frau mit Kindern als Leibeigene zugesprochen bekam. Die Teilungsurkunde ist vermutlich um 1260 in Kraft getreten.

Einkünfte und Güter zu Geisig hatte schon 1285 die Abtei Arnstein, die 1383 den Hof der von Krummenau hier erwarb. Mit einem anderen Gut und Zehnten waren von den Grafen von Nassau 1462 die von Schöneck und danach deren Erben, die von Nassau und die Freiherren vom Stein zu Nassau, belehnt, die hier ebenfalls eine Hube mit einem Hubengericht besaßen. Die vom Stein waren 1583 auch Patrone der schon 1480 erwähnten Kapelle, die bis 1911/12 fast 90 Jahre als Schule diente. Kirchlich hatte Geisig anfangs, ehe es zu der Pfarrei Dornholzhausen kam, zur alten Mutterkirche des Einrich in Marienfels gehört, dessen Pfarrer hier noch lange den halben Zehnten bezog. Doch ist der grundherrliche Besitz, an den nur noch der Flurname „Steins-Gärten“ erinnert, hier schon vor langer Zeit in die Hände der Einwohner übergegangen. Bei Geisig wurde zuerst 1564 eine Mühle gebaut und zeitweise vier Mühlen betrieben.

Einwohnerentwicklung

1526 13 Einwohner
1587 22 Einwohner
1648 nur noch 7 Hausgesesse
1658 56 Einwohner
1806 217 Einwohner
1818 260 Einwohner
1846 320 Einwohner
1871 348 Einwohner
1895 326 Einwohner
1905 285 Einwohner
1939 286 Einwohner
1950 322 Einwohner
2014 352 Einwohner
Quelle
  • Gensicke, H.: Beitrag in der Festschrift zum 80jährigen Stiftungsfest des Gemischten Chores „Eintracht“ Geisig, 1969
  • Demandt, K. E.: Regesten der Grafen von Katzenelnbogen, 1060 – 1486, Band I, Wiesbaden 1953