Donnerstag, 08. September 2016

Großes landwirtschaftliches Projekt in Mabira begonnen.

Beim großen Erntedankfest im letzten Jahr war eine große Spende zugunsten des Projektes zur Bekämpfung der Bananenwelke und Steigerung der Erträge bei alternativen Kulturen in Mabira/Tansania erzielt worden. Jetzt wurde das Projekt mit Seminaren und der Anlage von Anzuchtgärten und Demonstrationsfeldern gestartet.

Wenn ein Fruchtstand derart stark von der Bananenwelke befallen ist, muss die Pflanze schnellstens aus dem Bananengarten entfernt werden.

Der Projektleiter Samuel Stambuli bei der Besichtigung eines Feldes, das als Anzuchtbeet vorbereitet wird.

Beim traditionellen Erntedankfest der Ortsgemeinden Dessighofen, Dornholzhausen, Geisig, Oberwies und Schweighausen im letzten Jahr in Geisig waren stolze 6.200 Euro erlöst worden. Das Geld war für ein neues landwirtschaftliches Projekt im Partnerdistrikt Mabira des evangelischen Dekanats Nassau in Tansania bestimmt, mit dem dort die Ernährungssituation verbessert werden soll.

Dieses Projekt hat im August/September dieses Jahres begonnen und wird drei Jahre lang dauern. Anstatt einer „Lehrfarm“, wie zunächst vorgesehen, werden jetzt Anzuchtgärten und Demonstrationsfelder in insgesamt 21 Dörfern angelegt. Den Kleinbauern wird in Seminaren und bei Feldtagen gezeigt, wie sie die gefährliche Bakterienkrankheit in den für die Ernährung sehr wichtigen Kochbananen effizient bekämpfen und andere Kulturen mit guten Erträgen anbauen können. Die Kleinbauern sind dabei, sich gruppenweise in sog. „Feldschulen“ zu organisieren und sich unter Anleitung je eines Moderators intensiv untereinander auszutauschen und voneinander zu lernen.

Bei der Bekämpfung der Bakterienkrankheit in der Banane– durch das Bakterium Xanthomonas campestris verursacht und „Bananenwelke“ genannt – geht es darum, die befallenen Pflanzenteile bei den ersten Anzeichen der Welke zu entfernen und eine Übertragung auf andere Pflanzen zu vermeiden. Dennoch sind viele Bananengärten bereits so geschädigt, dass andere Kulturen angebaut werden müssen. Deshalb werden in den Anzuchtgärten moderne Sorten von Mais, Bohnen, Süßkartoffeln, Maniok und Kartoffeln angezogen und an die Kleinbauern gegen ein geringes Entgelt abgegeben. Gleichzeitig wird ihnen gezeigt, wie sie durch organischen Dünger, wie Mist und Pflanzenrückstände, sowie eine bessere Kulturpflege ihre Ernteerträge steigern können.

Das Projekt begann unter recht schwierigen Bedingungen, denn seit April dieses Jahres hat es nicht mehr geregnet, es war dann über viele Monate hin extrem heiß und die Regenzeit begann auch noch etwas verspätet, so dass erst im September genügend Feuchtigkeit im Boden war, um die Aussaat und Pflanzarbeiten durchführen zu können. Aber inzwischen haben sich die Bedingungen weitgehend normalisiert.

„Wir sind sehr froh, dass die Landwirtschaftsexperten des dortigen Landkreises bereit waren, die Leitung des Projektes zu übernehmen“ sagt Berthold Krebs, der die Federführung für das Projekt im hiesigen Arbeitskreis Mabira im Dekanat Nassauer Land übernommen hat. „Ohne die beiden Experten Meshack Rubenti und Samuel Stambuli mit ihren landwirtschaftlichen Beratern wäre es wohl kaum möglich gewesen, ein Projekt in diesem Umfang durchzuführen. Die evangelische Kirche dort hat zwar auch sachkundige Berater, die voll mit eingebunden sind, aber ihre Kapazität würde nicht ausreichen, ein so großes Projekt zu stemmen“ so Krebs weiter. Denn das Vorhaben ist deutlich größer geworden, als zunächst beabsichtigt. Zusätzlich zum Erlös aus dem Erntedankfest und der Beteiligung des Landkreises und der Partner in Mabira konnten Zuschüsse von Brot für die Welt -Evangelischer Entwicklungsdienst, von der Evangelischen Kirche Hessen-Nassau und dem Land Rheinland-Pfalz eingeworben werden. Auf diese Weise war es möglich, die Kosten von insgesamt 45.000 Euro über drei Jahre Projektlaufzeit zu finanzieren.

Wie dringend notwendig ein solches Projekt zur Verbesserung der Ernährungsgrundlage ist, wurde kürzlich deutlich, als der Bischof der evangelischen Karagwe-Diözese mitgeteilt hat, dass derzeit auf den Märkten kaum noch Kochbananen angeboten werden, weil die Erträge wegen der Dürre, aber vor allem auch wegen der Bakterienkrankheit deutlich zurückgegangen sind.

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