Sonntag, 06. Januar 2013

Geisiger diskutieren intensiv das Thema "Dorfentwicklung"

In einer kleinen Gruppe von Teilnehmern aber mit großem Engagement wurden die Themen Verkehr, Infrastruktur und Grün im Rahmen der Dorfmoderation mit dem beauftragten Ingenieurbüro Karst diskutiert.

Nach der Klärung des Ablaufs und der Ziele durch Andy Heuser von der Fa. Karst wurden die einzelnen Vorschläge aus der Auftaktveranstaltung im November genau unter die Lupe genommen und konkrete Maßnahmen für das Dorferneuerungskonzept herausgearbeitet.

Bei der Frage der Gestaltung eines Ortsmittelpunktes wurde sehr kontrovers diskutiert, aber schließlich doch das Gelände am Hombach unterhalb des alten Backhauses favorisiert, das allerdings umfangreich umgestaltet werden müsste. Als Alternative kommt der Bereich um den Transformator in Betracht. Es wurde vereinbart, bei der weiteren Planung mehrere Alternativen zu erarbeiten, von denen eine im weiteren Beratungsprozess ausgewählt werden soll. Zum Vorschlag einer fußläufigen Verbindung zwischen Neubaugebiet und Gemeindezentrum gab es ganz verschiedene Meinungen, aber schließlich doch die Idee aufgenommen, einen solchen Weg als Teil einer möglichen Ortsrundweges weiter zu verfolgen.

Auch die Verkehrsführung innerhalb des Ortes wurde intensiv besprochen. Insbesondere am Ortsausgang in Richtung Marienfels sollten geschwindigkeitsdämpfende Maßnahmen eingeplant werden; weniger notwendig seien solche Maßnahmen in Richtung Dessighofen und Dornholzhausen. In der Rhein-Taunus-Straße in Richtung Dessighofen wurde festgestellt, dass an den Engstellen die Bürgersteine viel zu schmal sind und bei künftigen Baumaßnahmen durch das sogenannte Mischprinzip ersetzt werden könnten. Das heißt, die Trennung von Fahrbahn und Bürgersteig sollte aufgehoben und eine gemeinsame Verkehrsfläche für Fußgänger und Fahrzeuge geschaffen werden, was auch dazu beiträgt, dass langsamer gefahren wird.

Auch im Ortszentrum im geraden Abschnitt der Rhein-Taunus- und der Römerstraße sollten geschwindigkeitsdämpfende Maßnahmen erwogen werden, wie Parktaschen oder Straßenbäume an geeigneten Stellen. Auch der weiße Strich in der Straßenmitte verleite zu schnellerem Fahren, betonten die Herren Heuser und Malinowski von Karst Ingenieure.

Schließlich wurde vorgeschlagen, im Bereich der Dorflinde an der Kreuzung von Rhein-Taunus-Straße und Römerstraße über eine Neugestaltung des Straßenraums nachzudenken. Dies hätte sowohl eine geschwindigkeitsdämpfende Wirkung als auch einen positiven Effekt auf die Gestaltung des Ortsmittelpunktes. Diese Maßnahme ist als Zukunftsperspektive zu betrachten.

Bei den Infrastrukturthemen wurde zunächst die Breitbandversorgung angesprochen. Hier läuft derzeit eine Untersuchung auf Verbandsgemeindeebene, deren Ergebnisse evtl. in das Dorferneuerungskonzept einfließen werden.

Das Thema „Blockheizkraftwerk„ war bei der Auftaktveranstaltung angesprochen worden. Hier werden wenige Chancen gesehen, weil für ein solches Projekt ein neues Versorgungsnetz, verbunden mit umfangreichen Straßenbaumaßnahmen, gebaut werden müsste.

Die Versorgung insbesondere älterer Mitbürger mit den Gütern des täglichen Bedarfs war ein weiteres wichtiges Thema. Es wurde allgemein festgestellt, dass Geisig zu klein ist, um einen Dorfladen ausschließlich zur Versorgung der Ortseinwohner rentabel führen zu können. Als Alternativen wurde das Konzept der Nachbarschaftsläden und der mobilen Läden, bzw. Verkaufswagen, angesprochen.

Beim Thema „Grün„ wurde auf bereits geplante und durchgeführte Maßnahmen im Bereich des Friedhofs verwiesen. Die sehr hohen Bäume am Hombach auf Höhe des Kinderspielplatzes sollen gefällt und dieser Bereich in die Ortsmittelpunktgestaltung einbezogen werden. Die Dorflinde ist abgängig und wird in naher Zukunft ersetzt werden müssen. Die Linde hat einen hohen Symbolwert für die Ortsgemeinde (siehe Ortswappen).

Die Ortsrandeingrünung wird allgemein als gut bis sehr gut bezeichnet. Verbesserungsbedarf besteht noch im Bereich des Neubaugebietes und am südwestlichen Ortsrand.

Von einigen Teilnehmern wurde betont, dass die Siedlungsstruktur vielfach nicht mehr den heutigen Bedürfnissen entspricht. Es stellt sich vielfach die Frage, wie sowohl ehemals landwirtschaftliche Gehöfte mit ihren Nebengebäuden als auch große Häuser aus der Zeit vor 1980 zeitgemäß umgestaltet und auf den Wohnraumbedarf von Kleinfamilien oder auch Ein-Personen-Haushalten abgestimmt werden können. Vielfach kommt auch eine touristische Nutzung in Form von Ferienwohnungen in Frage. Allerdings muss dazu der Bekanntheitsgrad der Ortsgemeinde deutlich gesteigert und das Angebot für die Gäste erweitert werden und einem bestimmten Standard entsprechen. Auch das gesamte Ortsbild von Geisig sollte aufgewertet werden durch eine optische Umgestaltung der Fassaden, etc. An das Planungsbüro wurde der Wunsch herangetragen, im Rahmen der Dorfentwicklung verschiedene Fallbeispiele zu entwickeln.

Es wurde noch einmal betont, dass auch private Investitionen unter bestimmten Voraussetzungen förderfähig sind. Auch dazu wird das Entwicklungskonzept entsprechende Informationen enthalten.

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