Samstag, 10. November 2012

Dorfmoderation kommt in Fahrt

Großes Interesse zeigten die Geisiger an der Auftaktveranstaltung zur Dorfmoderation. Immerhin waren 36 Teilnehmer gekommen, um ihre Ideen und Vorschläge deutlich zu machen und zu diskutieren. Das Planungsbüro Karst-Ingenieure aus Nörtershausen war von der Ortsgemeinde mit der Dorfmoderation beauftragt worden und hat die Moderation übernommen und ein Protokoll erstellt, das nachfolgend wiedergegeben wird:

DORFMODERATION, ORTSGEMEINDE GEISIG

Auftaktveranstaltung am 18. Oktober 2012, 19.00-21.00 Uhr, Hombachhalle Geisig

Anlass:

Im Rahmen der Dorfmoderation erfolgte als Auftaktveranstaltung am 18. Oktober 2012 die erste Dorfmoderation in der Ortsgemeinde Geisig. Zur Veranstaltung waren 36 Bürgerinnen und Bürger aus Geisig, sowie die Presse anwesend. Als Vertreter der Verbandsgemeindeverwaltung war Frau Jana Gies vor Ort.

Nach einer kurzen Einführung der Planer Andy Heuser, Referat Städtebau und Jutta Karst, Referat Architektur, welche auch die bisherigen Arbeitsschritte der Dorferneuerung bzw. Dorfmoderation in Geisig beleuchteten, sowie die Ziele und Zwecke der Dorfmoderation und der Dorferneuerungsplanung erklärten, begann der eigentliche Moderationsprozess.

Die Anwesenden wurden gebeten, zu den Themenschwerpunkten

 

  • Verkehr,
  • Infrastruktur,
  • Soziales,
  • Grün,
  • Gestalt und
  • Sonstiges

 

Anregungen abzugeben.

Die einzelnen zusammengetragenen Karteikärtchen wurden von den Moderatoren vorgestellt und gleichzeitig wurde um weitere Anregungen zu den vorgetragenen Punkten gebeten. Schon bei den ersten Vortragenden wurde deutlich, dass die Bewohnerinnen und Bewohner von Geisig mit ihrem Ort insgesamt recht zufrieden sind.

Die im Einzelnen benannten Anregungen, Wünsche und Bewertungen werden nachfolgend zusammengestellt. Es handelt sich hierbei um eine unreflektierte Wiedergabe:

Verkehr:

 

  • Mühlbachstraße: Sackgasse, fehlende Wendemöglichkeit, 1 Nennung
  • Fehlender Fußweg (Treppe) zum Neubaugebiet wurde bemängelt, 1 Nennung
  • Ausbau der Heister-Sturmstraße wurde gewünscht, 3 Nennungen
  • Generell gewünschter Straßenausbau, 1 Nennung
  • Bessere Anbindung nach Koblenz und Wiesbaden, 2 Nennungen
  • Anbindung an die Autobahn und die L335
  • Fertigstellung des ersten Bauabschnitts im NBG, Bordsteine Sonnenweg, 1 Nennung
  • Verbesserung der Fußwege, breitere Bürgersteige, 1 Nennung

 

Die zu hohe Geschwindigkeit in der Ortslage wurde oft als Problem auch in der nachfolgenden Diskussion angesprochen.

 

  • Tempo-30 Zone im ganzen Ort gewünscht, 5 Nennungen
  • Verkehrsberuhigung in der Rhein-Taunus-Straße, 1 Nennung
  • Fahrbahnverschwenkungen zur Geschwindigkeitsreduzierung an Ortsein- und Ausgängen gewünscht, 1 Nennung
  • Klärung des Winterdienstes, 1 Nennung
  • Es wurde darauf hingewiesen, dass landwirtschaftliche Fahrzeuge entsprechenden Platz benötigen und dass beim Parken der Privat-PKW's darauf geachtet werden soll, 1 Nennung

 

Infrastruktur:

 

  • Schlechte Mobilfunksituation, schlechte Verbindung, 1 Nennung
  • Wiederkehrende Beiträge für das Niederschlagswasser abschaffen, 1 Nennung
  • Aktive Bemühung zur Vermarktung der gemeindeeigenen Bauplätze, 2 Nennungen
  • Erhaltung der Landwirtschaft, 1 Nennung
  • Schnelleres Internet (DSL-Versorgung), 8 Nennungen
  • Verbesserung der ärztlichen Versorgung, 3 Nennungen
  • Errichtung eines Dorfladens, 2 Nennungen
  • Errichtung eines Dorfplatzes, eines multifunktionalen Platzes, 1 Nennung
  • Als weiteres Ziel und Vision wurde die autarke Energieversorgung für Geisig angesprochen. So z. B: über ein Blockheizkraftwerk oder dergleichen, 1 Nennung
  • Ein Platz für den Grünschnitt wurde gewünscht, 1 Nennung
  • Geisig interessant machen für Gewerbebetriebe, Schaffung von Arbeitsplätzen, 1 Nennung
  • Einführung eines Shuttlebusses, 1 Nennung
  • „Unabhängigkeit“ von der Verbandsgemeinde Nassau, 1 Nennung

 

Soziales:

 

  • Es wurde angeregt darüber nachzudenken, die Öffnung der Kindertagesstätte zu erweitern. Gerade wenn beide Elternteile im Erwerbsleben stehen, ist es wichtig, dass die Kinder ganztägig betreut werden können. In der nachfolgenden Diskussion wurde dieser Punkt trotz der einen Nennung mehrfach als verbesserungswürdig angesprochen.
  • Besseres Angebot des Sportvereins für Jung und Alt, 1 Nennung
  • Jugend in der Ortsgemeinde halten, 1 Nennung
  • Begrüßungsgeld für Neugeborene, 1 Nennung
  • Seniorenbeauftragten benennen, 1 Nennung
  • Aufgrund der demographischen Entwicklung wird die Anzahl der älteren Bürger immer höher.
  • Daher wurde angeregt: Organisieren von Einkaufshilfen und Fahrdiensten, 2 Nennungen
  • Beschließung eines Mindestlohnes (eher ein politisches Anliegen), 1 Nennung
  • Größere Beteiligung am Vereinsleben, 1 Nennung
  • Die Gemeinsamkeiten von Jung und Alt fördern, durch gemeinsam zu betreuende Gärten (Mehrgenerationengärten), 1 Nennung
  • Mehr Angebote für Jugendliche, wie zum Beispiel Arrangement von Filmabenden, Karaoke, Kanufahren, Volleyball

 

Gestalt:

 

  • Generelle Gebäudesanierung, 1 Nennung
  • Unterstützung und Aufklärung im Rahmen der privaten Baumaßnahmen und Möglichkeiten zur Fördergeldabrufung, 1 Nennung

 

Seitens des Ingenieurbüros wurden die Möglichkeiten zu privaten Baumaßnahmen erläutert. Hierzu wurden die Förderkriterien erklärt, die bei einem Umbau, Erweiterung und/oder Anbau nach den Maßgaben der VV-Dorf erforderlich sind. In diesem Rahmen wurde auf die Bauherrenberatung hingewiesen. Wenn ein Bürger Sanierungsmaßnahmen an seinem Anwesen vornehmen möchte, so kann im Rahmen der Dorferneuerung eine ortsplanerische Stellungnahme durch das Ingenieurbüro Karst erstellt werden, die dem Kreis vorgelegt und das Bauvorhaben somit bezuschusst werden kann. Mindestinvestitionssumme ist der Betrag von 7.500,00 € und es müssen mindestens zwei Gewerke hiervon betroffen sein. Bei den zu verwendenden Materialien ist darauf zu achten, dass sie regionstypisch sind, wie z. B. Holz, Schiefer und Basaltstein.

Grün:

 

  • Die Gestaltung am Backes ist verbesserungsbedürftig, Schaffung eines Ortsmittelpunktes am Hombach, 2 Nennungen
  • Verbesserung der Beeteinfassungen am Friedhof, 1 Nennung
  • Ausbau und Begrünung der Gemeindeflächen im Neubaugebiet, 1 Nennung
  • Ausbau der Grünstreifennetzwerke zum Aufenthalt, 1 Nennung
  • Gewünschte Haltevorrichtung für Hundekotbeutel, 1 Nennung
  • Bemängelung der unwegsamen Wiesenwege, 1 Nennung

 

Allgemeines/Verschiedenes:

 

  • Es wurde darauf verwiesen, dass die Abgaben von Gebühren (wiederkehrende Beiträge) generell zu hoch seien. Dies schlage bei großen Grundstücken besonders zu Buche.
  •  Es wurde angemerkt, dass eine Kostenanalyse hinsichtlich leerer Kassen der Kommunen bedacht werden soll.

Perspektive:

Die Auftaktveranstaltung hat ergeben, dass die Schwerpunkte in der Ortsgemeinde Geisig im Themenbereich „Verkehr und Infrastruktur„ liegen. Auf Nachfrage der Bürger und der Ortsgemeinde, wie denn mit ihren Wünschen umgegangen wird, ist seitens des Ingenieurbüros erläutert worden, drei weitere Moderationsabende/Nachmittage anzubieten, um die Schwerpunkte, die sich aus der Auftaktveranstaltung ergeben haben, zu vertiefen. Hierbei sollen planerische Ziele festgelegt werden und dazu konkrete Maßnahmen benannt und erarbeitet werden. Als Ziel für die vertiefenden Themenabende soll auch eine Prioritätensetzung der Maßnahmen erreicht werden.

Wichtig war, dass man auch einen separaten Termin für die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen anbietet. Aufgrund der verschiedenen Interessenlagen soll hierzu eine zeitlich zweigeteilte Veranstaltung angeboten werden für Kinder von 6-12 Jahre und Jugendliche von 13-20 Jahre. Dieser Vorschlag fand allseitige Zustimmung.

Als Themenabende sind vorgesehen:

Themenabend 1

 

  • Verkehr/ Infrastruktur/ Grün

 

Themenabend 2

 

  • Soziales und Sonstiges

 

Themenabend/Themen-Nachmittag 3

 

  • Kinder 6-12 Jahre und Jugendliche 13-20 Jahre

In die weitere Bearbeitung der Dorferneuerungsplanung und der Dormoderation fließen auch die Aussagen aus der Umfrage ein, die im Vorfeld der Veranstaltung zur Auftaktveranstaltung durchgeführt worden ist. Hierbei wurden 15 ausgefüllte Fragebögen abgegeben.

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