Dienstag, 01. Februar 2011

Spannender Vortrag über Asylberatung beim Geisiger Senioren-Kaffeeklatsch

Der breiten Öffentlichkeit ist kaum bekannt, mit welchen schlimmen Erfahrungen viele Flüchtlinge in unser Land kommen und hier einen Antrag auf Asyl stellen, welche Schwierigkeiten sie haben, sich zu verständigen und sich bei uns zurecht zu finden. Darüber und über vieles mehr haben Susanne Thorn und Jilla Rafat in Geisig berichtet.

Susanne Thorn (Zweite von rechts und Jilla Rafat (rechts) berichten über ihre Tätigkeit in der Asyl- und Flüchtlingsberatung

Alle zwei Monate an einem Sonntagnachmittag findet üblicherweise ein Senioren-Kaffeeklatsch in Geisig statt. Diesmal hat Susanne Thorn, auch aus Geisig, über ihre Arbeit in der Asyl- und Flüchtlingsberatung bei der Caritas berichtet. Ergänzt wurde Ihr Vortrag um Erfahrungsberichte von Jilla Rafat, vor einem Vierteljahrhundert selbst Flüchtling aus dem Iran und ehemalige Kollegin von Susanne Thorn bei der Caritas.

Für Deutsche kaum vorstellbar ist, mit welchen Schwierigkeiten Asylsuchende zu kämpfen haben. Vor allem, wenn sie traumatisiert in Deutschland ankommen, die Sprache nicht sprechen und Behördengänge zum Spießrutenlaufen werden, weil sie oft mit den Behörden ihres Landes schlechte Erfahrungen gemacht haben. Die Einschränkungen der Bewegungsfreiheit, die ganz andere Kultur bei uns im Vergleich zum Herkunftsland, das Verbot einer Arbeitstätigkeit während der Prüfung ihres Asylantrages und die öfter lange Dauer des Aslyverfahrens tragen sehr dazu bei, dass viele Asylanten mutlos und deppressiv werden. Davon weiß Jilla Rafat sehr anschaulich, auch als Betroffene, zu berichten.

Deshalb ist es wichtig, dass sich jemand um die Menschen kümmert, der diese Schwierigkeiten kennt und damit umzugehen weiß! In erster Linie bedeutet dies, dass man gerne mit Menschen aus sehr verschiedenen Kulturkreisen zusammen arbeitet, bereit ist, sich schnell auf sehr verschiedene Situationen einstellen kann und dennoch zielstrebig sein Ziel verfolgt. In der Regel haben Asylberater ein abgechlossenes Studium, kennen die relevanten Gesetze, auch die Verhältnisse in den Herkunftsländern und haben die Fähigkeit Traumatisierungen zu erkennen. "Man muss vor allen auch bereit sein, sich mit ganz verschiedenen Stellen bei Behörden und in der Privatwirtschaft auseinanderzusetzen und abzustimmen", sagt Susanne Thorn, der ihre Arbeit offensichtlich sehr viel bedeutet, auch wenn immer wieder mal Rückschläge zu verzeichnen sind. 

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