Samstag, 10. Juli 2010

Kühe melken wie von Geisterhand

Die Gymnastikgruppe des Turnvereins Geisig hat den Melkroboter im landwirtschaftlichen Betrieb Reichard besichtigt. Etwa 70 Kühe werden jeden Tag im Durchschnitt 2,7 mal vom Roboter gemolken - wenn es ideal läuft - ganz ohne Eingriff des Landwirts. Nur manchmal muss etwas nachgeholfen werden, wenn sich die Tiere nicht so verhalten, wie erwartet.

Die Besuchergruppe nach der Besichtigung

Annegret und Torsten Reichard hatten ihren Betrieb für Besucher geöffnet, als die Ortsgemeinde Geisig am 06. Juni 2010 ihre Leistungsschau veranstaltete. Viele Geisiger waren an diesem Tag verhindert, weil sie selbst Aussteller oder irgendwo als Helfer tätig waren. So wurde jetzt für die Mitglieder der Gymnastikgruppe ein Extratermin vereinbart.

Denn die Familie Reichard hat etwas ganz Besonderes zu bieten. Nämlich einen Roboter, der selbständig die Kühe melkt - noch eine Rarität in der Region. Der Melkstand ist so aufgebaut, dass ihn immer nur eine Kuh betreten kann. Sie weist sich mit einem Chip am Hals aus und bekommt das ihr zustehende Ergänzungsfutter. Während sie mit dem Fressen beschäftigt ist, tastet ein Scanner den Euter der Kuh ab, reinigt die Zitzen und schließt das Melkgeschirr an. Der Melkprozess wird genauestens überwacht. Sobald an einem Zitzen kaum noch Milch kommt, wird der Zitzenbecher abgezogen. An den anderen Zitzen geschieht das Gleiche, wenn dort auch keine Milch mehr kommt. Weil sich jede Kuh per Chip identifizieren muss, kann die Maschine auch entscheiden, ob die Milch in den großen Sammelbehälter für die Milchlieferung laufen kann, oder ob sie getrennt gehalten werden muss, etwa weil die Milch für ein neugeborenes Kälbchen gebraucht wird oder wegen einer Euterentzündung nicht verkehrsfähig ist.

Torsten Reichard berichtet, dass es etwa drei Monate gedauert hat, bis sich die Kühe auf die neue Situation eingestellt hatten. Mittlerweile warten sie geduldig bis sie an der Reihe sind. Ist eine Kuh schon relativ bald nach dem Melken wieder da und will sein Futter haben (der wahre Grund, weshalb die Tiere zum Melkstand gehen), so wird ihr der Zugang verweigert. Erst einige Stunden nach dem letzten Melken ist der Zugang wieder frei und die Kühe können sich ein weiteres Mal füttern und melken lassen. Auf diese Weise wird erreicht, dass die Tiere im Durchschnitt 2,7 Mal pro Tag gemolken werden.

Inzwischen ist Familie Reichard sehr zufrieden mit ihrer neuesten Errungenschaft. "Auch wenn immer mal wieder nachgeholfen werden muss oder auch mal eine Störung auftritt, so ist es doch eine große Arbeitserleichterung, nicht mehr täglich zweimal zum Melken gehen zu müssen", sagt Torsten Reichard. Störungen werden übrigens Tag und Nacht über Telefon und den Computer an die Familie und an die Servicefirma gemeldet.

Die Besuchergruppe des Turnvereins zeigte sich schließlich sehr beindruckt von der neuen Technik und bedankte sich für die vielen Informationen mit einem Präsent.

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